Mon, 04 Feb 2008
Worte, die in einer Argumentation gegen den Atomausstieg (siehe z.B. die Kommentar-Spalten in der FAZ alle paar Tage)
nicht fehlen dürfen:
- Kohlendioxid-Ausstoß
- Klimaschutz/Klimawandel
- Frankreich
- Energiepreise
Worte, die niemals in einer Argumentation gegen den Atomausstieg zu finden sind:
Das stößt selbst einem bekennenden Castor-Gegner-Gegner doch immer wieder übel auf...
Fri, 24 Nov 2006
Ja, es ist kein Geheimnis: Ich bin ein entschiedener Verfechter der
größtmöglichen Aufhebung von Beschränkungen der Öffnungszeiten. Ich
finde insgesamt auch die Gegenargumente eher dürftig.
(Beispiele: Landtagsfraktion SPD Hessen,
Verdi Berlin-Brandenburg).
Wir hätten da:
Der Service wird darunter leiden!
Die kleinen Geschäfte werden dadurch
benachteiligt!
Die Geschäfte, die wirklich guten Service
anbieten, nutzen schon heute die Öffnungszeiten nicht wirklich
aus, das wäre wahrscheinlich auch nicht zu bezahlen. Aber
für diese ändert sich ja also auch nichts, ausser dass sie
flexibler werden. Ich denke nicht, dass die Nische des
Einzel-Fachhändlers, der um 18:30 Uhr zumacht, irgendwie
davon beeinflusst wird, ob der Media-Markt eine Straße weiter
nun bis 20 Uhr oder bis 22 Uhr offen hat. Geschäfte, die
jetzt schon keine lebensfähige Nische haben, werden vielleicht
etwas schneller kaputt gehen. Aber das ist wie in vielen
anderen Branchen auch, in denen der Staat bestimmte
Geschäftsformen am künstlichen Leben erhält (Steinkohlebau,
Agrarwirtschaft,...): Wäre nicht ein Ende mit Schrecken
besser als Schrecken ohne Ende?
Die Arbeitszeiten werden schlechter für
die Beschäftigten!
Und? Es gibt immer noch viele, viele Berufsgruppen,
die 1. viel längere und/oder 2. viel schlechtere Arbeitszeiten haben.
Und für viele Menschen, die heute durch die starren Ladenöffnungszeiten
Probleme mit ihren Arbeitszeiten haben, werden dadurch profitieren.
Es werden keine neuen Jobs entstehen!
Es wird keinen Anstieg des Konsums geben!
Wahrscheinlich nicht. Aber inwiefern kann
eine Nicht-Änderung ein Gegenargument sein?
Die Geschäfte werden davon nicht profitieren!
Na super, dann werden sie ja auch nicht
länger aufmachen. Damit lösen sich dann aber natürlich sämtliche
Gegenargumente in Luft auf...
Hochwertige Jobs werden in Billigjobs
umgewandelt werden!
Hmm, vielleicht könnte es da einen Mittelweg
geben, wenn die Gewerkschaften sich nicht so eisern an ihren
Tarifverträgen festklammern... Und was ändert überhaupt
das Ladenschlussgesetz an der Möglichkeit der Arbeitgeber,
neu eingestellte Beschäftige niedriger zu bezahlen? Es ist
doch immer noch der gleiche Arbeitgeber und der gleiche Job,
nur mit anderen Arbeitszeiten. Der Zusammenhang wird mir da
einfach nicht klar.
Und die Pro-Argumente? Freiheit und Flexibilität.
Was soll ich dazu noch mehr sagen?
Kommentare sehr willkommen...
Wed, 08 Nov 2006
Ursprünglich ein Postskriptum
zum vorangegangenen Blog-Eintrag, aber der besseren Gliederung willen
in einen eigenen Eintrag ausgegliedert.
Wo wir gerade bei beschränkter Rhetorik sind: Der heutige
Tagesschaubericht über die Lage im Nahen Osten war auch sehr erhellend.
Immer wieder interessant, wie Leute auf beiden Seiten sich jeden Tag wieder
vor die Mikrofone stellen können um zu verkünden, dass leider heute und
in Zukunft viele unschuldige Zivilisten ("Frauen und Kinder", ist das
eigentlich sexistisch oder nur menschlich? Naja, anderes Thema) auf der
Gegenseite umgekommen sind bzw. werden, dass man sich aber ja nur
"verteidige" gegen die natürlich vollständig unprovozierten und daher
ungerechtfertigten Aggressionen der Anderen.
Im Moment entdecken ja viele Politiker den Klimaschutz als "neues" Thema,
gerade im anglo-amerikanischen Raum, man denke nur an gewisse
Bodybuilder^WSchauspieler^WGouverneure. Dabei ist mir mal wieder aufgefallen,
wie beschränkt doch der rhetorische Werkzeugkasten vieler Politiker und
Kommentatoren ist. So wie man in den letzten Jahren entweder für den
Irakkrieg und den Überwachungsstaat oder gegen die Bekämpfung des Terrorismus
war, scheint die neue Lieblingsthese zu sein, dass man entweder für die
Atomkraft oder gegen den Klimaschutz ist.
Schöne neue alte Welt...
Sun, 05 Nov 2006
So geht das aber nicht...
Im Namen aller deutschen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände muss ich dir leider mitteilen, dass Der Einzige Richtige Weg™ einen Tarifvertrag zu beurteilen, die Prozentzahl der Gehaltserhöhung ist, und zwar nur die Ziffer(n) vor dem Komma. Alles andere wäre für den durchschnittlichen Arbeitnehmer doch viel zu kompliziert.
Und wo wir schon mal beim Thema sind: Macht der Ausschluß betriebsbedingter
Kündigungen eigentlich jemals Sinn für die Arbeitnehmer? Kommt es nach Ablauf
der Frist zu keinen Kündigungen, war das ganze sowieso nur eine (normalerweise
teuer erkaufte) No-op, kommt es dagegen danach zu einer Kündigungswelle,
werden üblicherweise dutzende oder hunderte Beschäftigte gleichzeitig
auf den Arbeitsmarkt losgelassen. In letzterem Fall wäre für den einzelnen
Arbeitnehmer die Chance auf einen neuen Job wahrscheinlich bei einer
gestaffelten Entlassung besser gewesen. Der Ausschluß betriebsbedingter
Kündigungen ist also eher als Vorsprung für die "jungen, flexiblen,
qualifizierten" Arbeitnehmer zu sehen, sich vorher einen anderen Job zu suchen
und selbst zu kündigen.
briet wrote